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Die Grossen gewinnen

Montag, 03. September 2018
Fotolia (ra2 studio)

Nach einem Wachstum im Jahr 2017 um ein Prozent knickte der Absatz von Tabakwaren in Deutschland im ersten Quartal 2018 ein, um dann im zweiten Quartal wieder deutlich anzuziehen. Dieses Auf und Ab ist symptomatisch für den Markt, aber kein Grund für den Handel, das Sortiment zu vernachlässigen. In der langjährigen Betrachtung geht der Konsum an Tabakwaren zwar leicht zurück, bleibt aber mit mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz immer noch eine interessante Warengruppe. «Für den Einzelhandel sind Tabakwaren ungebrochenein hoher Frequenzbringer. Auf wenigen Quadratmetern in grosser Markenvielfalt präsentiert, bieten Tabakwaren die grösste Flächenproduktivität aller Genussmittel», so die Experten von Lekkerland.

Robuste Nachfrage im Markt

Im zweiten Quartal 2018 wurden sieben Prozent mehr Zigaretten von der Industrie in den Handel gebracht als im zweiten Quartal 2017. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen auch die Absatzmengen aller anderen Tabakwaren. Im Vergleich zum Vorjahresquartal nahm die Menge des versteuerten Feinschnitts um 6,5 Prozent zu, der Absatz von Zigarren und Zigarillos um 7,2 Prozent. Der Absatz von Pfeifentabak und Wasserpfeifentabak erhöhte sich um 7,5 Prozent. Insgesamt wurden im zweiten Quartal 2018 Tabakwaren im Wert von 7,3 Milliarden Euro versteuert, das sind elf Prozent mehr als noch im zweiten Quartal 2017. Die Differenz zwi schen Absatzplus (7 %) und Umsatzplus (11 %) erklärt sich aus Preiserhöhungen in dieser Warengruppe. Diese sind auch oft der Grund für die von Destatis registrierten starken Absatzschwankungen von Quartal zu Quartal, denn kurz vor einer Preiserhöhung wird noch viel altpreisige Tabakware in die Lager gebracht.

Herausforderungen für den LEH 

Die Herausforderung für den Lebensmitteleinzelhandel besteht vor allem nun darin, die schnellen Produktwechsel und -neueinführungen zeitnah am Regal abzubilden und den Geschmack seiner Kunden vor Ort mit den richtigen Produkten zu treffen. Während sich der Gesamtmarkt behäbig entwickelt, zeigen einzelne Segmente oder sogar einzelne Marken eine grosse Dynamik. Beispiel Zigarillos: Im LEH ist der Absatz des Zigarillo-Gesamtmarktes 2017 um vier Prozent zurückgegangen. Positiv und damit gegenläufig entwickelten sich hier die «Clubmaster Mini Red Zigarillos», die nach Nielsen-Daten ein Absatzplus von zwölf Prozent verzeichneten. Ein Wachstumstreiber, der sich durch alle Bereiche zieht, ist die Grosspackung. Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht eine Marke eine neue XXL-Box-Zigaretten auf den Markt bringt. Analog dazu läuft auch die Entwicklung bei den Feinschnittprodukten. Die steigenden Marktanteile der Grosspackungen zeigen, dass der Verbraucher von den Vorteilen – Vorratskauf und Preisvorteil pro Stück – überzeugt ist und dafür sogar den vergleichsweise hohen Packungspreis in Kauf nimmt. So kostet beispielsweise die seit Juli erhältliche 290-Gramm-Box «West Red Volume Tobacco» 39,95 Euro. Das neue Jumbo-Format aus dem Hause Reemtsma folgt dabei gleich zwei Trends: Grossformate und Volumentabake erfreuen sich nach wie vor grosser Beliebtheit. Aber auch bei den Zigaretten werden die Packungen immer grösser und mit bis zu zehn Euro auch immer teurer.

Grund genug für den Handel, mindestens die Renner im XXL- und XXXL-Format vorrätig zu halten. Eine auch für den Handel sinnvolle Massnahme ist die Umstellung bisher runder Feinschnittdosen auf rechteckige Formate. Die Dosen im neuen Format sind leichter zu handhaben und lassen sich im Regal besser und platzsparender stapeln. Zu den Vorreitern gehört Pöschl Tabak. Das Unternehmen hat seit Anfang 2017 sukzessive die  Feinschnittmarken «Red Bull», «Red Hawk», «Pueblo» auf die neuen Dosen umgestellt. Weitere Marken sollen folgen.

Info

Die Region DACH und ihre Rauchgewohnheiten 

In Deutschland rauchten im Jahr 2016 insgesamt 23,8 % der Erwachsenen ab 18 Jahren, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilt. Die Zahl der erwachsenen Raucher in Deutschland ist seit Jahren leicht rückläufig. In der Schweiz rauchten 2016 etwa 25,3 % der Personen über 15 Jahre. Dieser Anteil hat sich laut «Schweizer Suchtmonitoring» seit zehn Jahren nur marginal verändert. In Österreich rauchten 2016 laut einer OEC D-Studie 24,3 % der Erwachsenen. Auch in Österreich bewegt sich der Anteil der Raucher seit vielen Jahren auf einem konstanten Niveau.

 

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E-Zigaretten in der Schweiz

In der Schweiz hat das Bundesverwaltungsgericht das Verbot von nikotinhaltigen Liquids mit einem rechtskräftigen Entscheid vom 24. April 2018 aufgehoben. Aus diesem Anlass baut die Schweizer Valora Gruppe dieses Angebot nun weiter aus. Neben vier neuen nikotinfreien Liquids der Marke «InSmoke» gibt es jetzt auch einen sogenannter Nikotin-Shot. Das ist ein flüssiger Zusatz mit 20 mg Nikotin. Erhältlich sind die neuen E-Smoke-Produkte in allen k kiosk, avec und Press & Books Verkaufsstellen von Valora in der Schweiz. Das Schweizer Unternehmen InSmoke bietet seit 2010 E-Smoke-Liquids und -Geräte in grosser Auswahl an.

 

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Tabak – ein internationaler Markt  

48,4 Milliarden Zigaretten im Wert von 651 Millionen Euro haben deutsche Unternehmen im Jahr 2017 importiert, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Das waren mengenmässig 1,9 % weniger als im Jahr 2016. Wichtigste Lieferländer waren Polen mit 29,9 Milliarden Stück, Rumänien (3,9 Mrd.) und die Tschechische Republik (3,7 Mrd.). Fast drei Mal so gross waren die Exporte aus Deutschland: 2017 wurden 123 Milliarden Zigaretten ausgeführt.

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Reemtsma erweitert seine E-Zigaretten-Marke «myblu» um fünf weitere Flavours.

Nach Übernahme der Markenrechte für die beiden Pfeifenfiltermarken «Blitz» (Abb.) und «adsorba» erweitert Gizeh sein Portfolio um zwei Aktivkohlefilter mit Keramikkappen beziehungsweise Keramik- und Kunststoffkappe.

Neues aus dem Hause Heintz van Landewyck: