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Überraschend anders

Montag, 01. Oktober 2018
StockFood_Hoersch Julia

Salzige Snacks liegen im Trend: Sowohl bei Umsatz (+ 7,1 %) als auch bei Absatz (+ 4,1 %) haben Chips & Co. im ersten Halbjahr 2018 in Deutschland dazugewonnen, so die Marktforscher von IRI. Treiber des Wachstums sind innovative Produkte und ernährungsbewusste Rezepturen auf Basis von Gemüse oder Superfoods. «Salzige Snacks auf Gemüsebasis sind gefragt – und die Kategorie wächst», sagt Maike Schulz, Senior Product Manager bei Kühne. Dahinter stehe der Wunsch der Verbraucher nach natürlichen Zutaten und gesunder Ernährung: «Viele möchten sich mit einem Snack etwas Gutes tun.» Gleichzeitig wünschten sich Konsumenten Abwechslung und probierten gerne neue Sorten. «Gefragt sind neue Geschmacksvarianten oder Alternativen zu bestehenden grossen Marken und bekannten Produkten», bestätigt Jörg Saalwächter, Marketing-Leiter bei Importhaus Wilms.

Neuartige Snack-Rezepturen

Diese Lust auf Neues bietet Newcomern am Markt eine Chance. Start-ups wie MyChipsBox, Dörrwerk oder Heimatgut bringen etwa Bio-Chips aus Wirsing oder aus gedörrten Tomaten, Knabbereien aus Linsen oder Quinoa-Flips in die Regale. Gemeinsamer Nenner der neuen Konzepte: gesunde Zutaten. Damit versprechen die Markenartikler nicht weniger als völlig neuen Snack-Genuss. «Als Innovationstreiber setzen wir auf Clean Label, also bio, vegan, glutenfrei und ohne Geschmacksverstärker», erklärt Erol Kaynak, Geschäftsführer von MyChipsBox. «Zum anderen reagieren wir mit neuartigen Rezepturen auf die Präferenzen einer anspruchsvollen Zielgruppe und sprechen neue Kunden an.»

Natürliche Zutaten und überraschendes Rezept: Auf diese Formel lassen sich die derzeitigen Erfolgsprodukte bei sal zigen Snacks bringen. «Trendthemen wie ‹Superfoods› funktionieren», sagt Saalwächter, «doch es müssen nicht immer zwangsläufig gesündere Alternativen sein». So nennen laut Mintel nur sieben Prozent der Deutschen Superfood-Zutaten als entscheidendes Kriterium für ihren Kauf von Chips & Co. Gleichwohl  hält aber mehr als ein Drittel der Konsumenten natürliche Zutaten für wichtig. «Neu ist aber die Nachfrage nach proteinreichen und ballaststoffreichen Produkten im Snack-Bereich», ergänzt Schulz. «Auch das Subsegment  ‹Vegan› gewinnt stetig an Relevanz.» Wem es zu überraschen gelingt, der punktet vor allem bei Spontankäufen. «Wenn Verbraucher kein vergleichbares Produkt kennen, verspricht das umsatzstarke Impulskäufe und holt junge Verwender in die Kategorie», so Schulz. Für die von Kühne in diesem Sommer gelaunchten Knusper-Erbsen bescheinigte etwa ein Marktforschungsinstitut ein Shopper-Potenzial von 40 Prozent bei den 18- bis 39-Jährigen. Auch saisonale Limited Editions sorgten für neue Impulse, heisst es beim Importhaus Wilms.

Info

Marktentwicklung

Laut IRI Süsswarenmonitor ist der Umsatz von Salzigen Snacks in Deutschland im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 Prozent gewachsen. Der Absatz stieg um 4,1 Prozent. Betrachtet man den Zeitraum von 2010 bis 2017 hat sich der Umsatz mit salzigen Snacks im deutschen Lebensmitteleinzelhandel um 50 Prozent von zwei auf drei Milliarden Euro gesteigert, so Angaben von Statista. Im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel stieg der Umsatz von pikanten Snacks laut Statista von 2011 bis 2016 von 210 Millionen Euro auf 312 Millionen Euro, was ebenfalls einem Zuwachs von knapp 50 Prozent entspricht. In der Schweiz gingen dagegen die Verkäufe von Apéro- und Salzgebäcken im vergangenen Jahr 2017 um 1,6 Prozent zurück, so Biscosuisse.

Was deutsche Verbraucher von Superfood-Zutaten bei Chips & Co. halten, hat Mintel untersucht: Danach bewerten lediglich sieben Prozent der Deutschen Superfood-Zutaten als wichtiges Kriterium ihrer Kaufentscheidung von Salzigen Snacks. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen trifft dies auf zwölf Prozent der Verbraucher zu. Eine «gesündere Variante» ist dagegen für 27 Prozent der Verbraucher wichtig und 36 Prozent wünschen sich Salzige Snacks mit natürlichen Zutaten.
 
Quelle: IRI, Statista, Mintel
 
 
 

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